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Forschung und Studien zu Retinitis pigmentosa (RP)

Diese Seite bündelt die aktuelle Forschung zu Retinitis pigmentosa – von Genetik und Verlaufsparametern bis zu klinischen Daten zur TES mit OkuStim®.

Studien und Forschung

Warum Forschungentscheidend ist

Retinitis pigmentosa (RP) ist eine erblich bedingte Netzhauterkrankung, die über Jahre zum Sehverlust führen kann. Forschung hilft, Erkrankungsmechanismen zu verstehen, Verläufe zu messen und Therapieoptionen zu bewerten – mit spürbarem Nutzen für Patienten, Angehörige und das Gesundheitssystem. Reviews beschreiben dabei nicht nur die medizinischen, sondern auch die ökonomischen und psychosozialen Auswirkungen von RP. Typisch für RP: Nachtblindheit in frühen Stadien, später Einengung des Gesichtsfelds bis hin zum „Tunnelblick“ – diese klinische Entwicklung ist gut beschrieben und hilft, Studienendpunkte sinnvoll zu wählen. Fazit: Forschung ist die Basis für realistische Erwartungen und bessere Versorgungsentscheidungen.1

Genetik & Vererbung – Grundlagen

RP hat eine ausgeprägte genetische Vielfalt: In Übersichten sind mutationsverursachte Formen in ≥ 80 Genen beschrieben; die Vererbung ist überwiegend autosomal-rezessiv (~20 %), autosomal-dominant (10–20 %) oder X-chromosomal (~10 %), daneben gibt es sporadische Fälle. Die genetische Diagnose liefert wichtige Hinweise für Beratung, Studieneignung und – bei passenden Subtypen – zielgerichtete Therapien.2

Therapieansätze
in der Forschung

Die internationale Literatur beschreibt mehrere Richtungen:

  • Gentherapie: Für RPE65-assoziierte hereditäre Netzhautdystrophien besteht eine zugelassene Gentherapie (Voretigene neparvovec); Leit- und Bewertungsdokumente bestätigen den klinischen Nutzen bei geeigneter Patientenselektion.1
  • Zellbasierte Ansätze: Ziel ist, geschädigte Netzhautbereiche perspektivisch zu regenerieren oder zu stabilisieren (derzeit überwiegend in Studien).1
  • Optogenetik & Netzhautimplantate: Konzepte zur Reaktivierung verbliebener retinaler Schaltkreise und zur Funktionsergänzung im fortgeschrittenen Stadium – ebenfalls primär im Studienkontext.1

Warum messen Studien oft das Gesichtsfeld? Bei RP ist das periphere Sehen besonders betroffen. Die Fläche der Netzhaut mit intakten Photorezeptoren (VFA, visual field area) nimmt exponentiell mit der Zeit ab. Arbeiten berichten jährliche Rückgänge (ADR, annual decline rate) von etwa 5–17 %, abhängig von der Messmethode.2

Klinische Studien zur TES-Therapie mit OkuStim®

Transkorneale Elektrostimulation (TES) ist eine nichtinvasive Stimulation der Augenoberfläche mit schwachen Wechselströmen. Ziel ist, zelluläre Schutzmechanismen der Netzhaut zu aktivieren und damit die Funktion länger zu erhalten. In einer interventionell-randomisierten 12-Monats-Untersuchung (wöchentliche Anwendung, ein Auge behandelt) war der Verlust des Gesichtsfeldareals in behandelten Augen geringer – und der Effekt zeigte eine Dosisabhängigkeit (höhere Stromstärke, stärkerer Nutzen).2

Sicherheit: In der publizierten Analyse waren Nebenwirkungen überwiegend mild und vorübergehend, am häufigsten trockene Augen, die sich mit Tränenersatzmitteln rasch besserten; ein stromstärkenabhängiger Anstieg schwerer Nebenwirkungen zeigte sich nicht.2

Wichtig: TES heilt RP nicht. Studien zeigten jedoch, dass TES den Gesichtsfeldverlust verlangsamen kann. Ob eine TES für Sie infrage kommt ist, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt.2

Was bedeutet das für Betroffene?

  • Realistische Erwartungen setzen: RP verläuft heterogen. Das Gesichtsfeld nimmt im Mittel jährlich um etwa 5–17 % ab – individuelle Verläufe können abweichen. Vergleichbare Messungen (gleiches Verfahren/Setting) sind entscheidend.2
  • Genetik prüfen: Ein Gentest kann Therapie- und Studienwege eröffnen und hilft bei der Familienberatung.1
  • Lebensqualität aktiv stärken: Forschung zeigt deutliche Alltags- und Teilhabebelastungen (Mobilität, Arbeit, Psyche). Reha, Hilfsmittel und Beratung sind daher frühzeitig sinnvoll.1
  • Spezifische Optionen kennen: Bei RPE65-Mutation kann Gentherapie infrage kommen; für viele andere Formen sind klinische Studien wichtig.1

Referenzen

1 Cross N et al. Retinitis Pigmentosa: Burden of Disease and Current Unmet Needs. Clin Ophthalmol. 2022;16:1993–2010.

2 Stett A et al. TcES dose-dependently slows visual field loss in RP. TVST. 2023;12(2):29. (Natural-History-Kontext: ADR ~5–17 %.)

Wissenswertes rund um Therapie,Forschung & Unternehmen

Die OkuStim® Therapie wurde für Patienten mit degenerativen Netzhauterkrankungen wie Retinitis pigmentosa entwickelt. Sie können damit ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Kern der Therapie ist das OkuStim®-System, mit dem Sie selbstständig und zu Hause Ihre Netzhaut mit schwachen elektrischen Strömen stimulieren.